Also so schlimm, wie Paula das beschreibt, ist das ja alles nicht und ausserdem sind die Tempel alle verschieden im Gegensatz zu den Maerkten und Seidenshops, die wir schon alle besucht haben und deren Besitzer wir auch in Siem Reap wieder reicher gemacht haben und dafuer jetzt 6m Seide in “Berry colour” mit uns rumschleppen. Natuerlich wie bei allen anderen Farben vorher, die beste die Paula je gesehen hat.
Aber zurueck zu den Tempeln, ich bin immer noch stolz auf uns, wie wir das Gebiet angegangen sind. Den ersten Tag fahren wir mit dem Tuk Tuk zu den aeusseren Tempeln, die weniger imposant dafuer aber umso aelter sind. Am 2.Tag besuchen wir in den fruehen Morgenstunden den Bayon mit all seinen Gesichtern, was sehr eindrucksvoll ist und machen uns danach auf die angepriesene “Great Circuit” Runde. Mit Hilfe eines National Geographic Buches gelingt es auch, ein wenig ueber die Geschichte der Tempel zu lernen. Den letzten Tag starten wir dann zum Sonnenaufgang, Abfahrt 5Uhr, am Angkor Wat dem Wahrzeichen der gesamten Anlage Angkor. Hier sind wir natuerlich ganz allein um diese Uhrzeit mit den anderen 20.000 Leuten. Der absolute Wahnsinn, dennoch geniessen wir die Zeit und die immensen Ausmasse und kriegen ein paar schoene Bilder. Nach drei Stunden verabschieden wir uns und nehmen auf dem Weg zum Ta Prohm noch zwei kleine Tempel mit. Der Ta Prohm ist der beruehmte Tomb Raider Tempel, der fast vollstaendig von Baeumen ueberwuchert ist und ueberall einzustuerzen droht. Trotz der Menschenmassen, die auch hier sind, imponiert dieser Tempel und wir verbringen den Rest des Tages hier. Irgendwie muss ich hier auch den Fehler begangen haben, Paula mehr Seide zu versprechen, damit sie gut gelaunt bleibt.
Nach dreimal 9 Stunden Tempelschauen verlassen wir dann die Anlage ein letztes Mal und gehen unsere laedierten Fuesse von kleinen Fischen anknabbert, wie ihr im Video sehen koennt. Der Abend endet dann mit leckerem BBQ und viel Bier.
Am naechsten Morgen geht das Chaos los, denn wir warten schon seit 2 Tagen auf unsere Reisepaesse mit den Thai-Visas (ueber Land gibt es nur noch 15 Tage, daher mussten wir eins beantragen). Jedes Mal wird uns versprochen, in 5 Minuten sind sie da, aber es kommt nichts. Nur unser Minibus, der uns zum Boot bringen soll. Der dreht aber noch mal ne Runde und dann sind auch unsere Paesse da und wir sitzen mit 12 anderen im Minibus. Hallo, sind wir wieder in Laos? … Gott sei Dank ist es nur der Zubringer zum Boot, welches dann mehr Platz bietet als die laotischen, aber waehrend der Fahrt natuerlich auch mit Einheimischen aufgefuellt wird, so dass es hier auch eng wird. Die Bootsfahrt ist wirklich sehr schoen, wie es versprochen wurde. In knapp 6 Stunden sehen wir etliche Haeuser, die im Wasser gebaut wurden und viele Kinder und deren Eltern, die ihr Leben nur am Wasser verbringen und irgendwie gluecklich wirken, wenn sie uns so zu winken. Da wir schon gegen 15Uhr in Battambang ankommen, machen wir noch nen kleien Spaziergang durch den Ort und merken schnell, dass hier weniger Touristen ankommen. Er wirkt viel urspruenglicher mit seinem Hauptmarkt und den typischen Geschaeften mit einfach “allem” am Rand. Sehr beliebt scheinen aktuell Motoren, Panzerschraenke und die Umruestung auf Gas betriebene Autos zu sein. Nach 4 Tagen kambodschanischer Kueche lassen wir uns heute in einer Aussi-Bar mal Junk-Food kommen und geniessen dicke fette Burger. Unseren letzten Tag in Kambodscha beginnen wir mit der Fahrt auf dem legendaeren Bamboo-Train. Das ist ein kleine Zugfahrt auf einem Holzzug, der in circa 5 Minuten auf- bzw. abgebaut werden kann. Die Fahrt geschieht auf der gleichen Strecke, die auch der normale Zug befaehrt und es gibt natuerlich auch immer Gegenverkehr. Wenn sich also 2 Bamboo-Zuege begegnen, ist die einfach Regel. Wer weniger Passagiere hat muss runter vom Gleis und seinen Zug abbauen und danach wieder aufbauen. Zum Glueck fahren wir zu viert auf unserem, so dass wir immer gewinnen und es kommt auch kein normaler Zug, gegen den wir wohl verloren haetten. Um 12 Uhr besteigen wir dann den letzten Bus in Kambodscha und lassen uns zur Grenze nach Thailand bringen, die wir problemlos ueberqueren, aber auf der anderen Seite muessen wir leider ewig auf den Anschlussbus warten. Das bringt Paula wieder auf die Palme. Dabei dachte Pepe, sie hat sich allmaehlich dran gewoehnt, aber 2 Monate reichen wohl noch nicht aus, um den Sturrkopf aufzuweichen. Sie ist halt doch ne Deutsche mit zuviel Ordnungs- und Strukturwahn.
Irgendwie schaffen wir es aber doch nach BKK und auch noch in genau der Zeit, wie angekuendigt. tiriloe pepe
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Nachtrag von Paula: Die Bootsfahrt war nicht nur schoen, denn die ersten zwei Stunden musste das Boot den Tonle-Sap-See ueberqueren und warum auch immer hatte der an diesem Tag immensen Seegang und unser Boot (weil ueberladen mit Passagieren) enormen Tiefgang. Ich war die erste, die sich freiwillig ne Schwimmweste angelegt hat und besorgt zum Bug geschaut hat, der haefig von Wellen ueberschwemmt wurde. Staendig schwappte neues Wasser ins Bootsinnere. Pepe hat sich aus ner Wasserflasche nen Becher zurechtgeschnitten, mit dem er das eingedrungene Wasser Stueck fuer Stueck abgeschoepft hat, ich hab nach Mama gerufen. Am meisten Angst hatte ich nicht mal um mein Leben (denn ich hatte ja ne Schwimmweste an), aber die Seide im Rucksack, die haetten wir vergessen koennen, wenn das Boot Schiffbruch erlitten haette. Naja, nach 2 Stunden erreichten wir die Muendung in einen seichten Fluss und alles war gut und die restliche Flussfahrt lieferte wirklich einen guten Eindruck vom “richtigen” Kambodscha.