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Hoi An – Bloss weg hier!

Hoi An sollte eine kleine beschauliche Schneiderstadt sein mit vielen Lampions und netten Restaurants. Eine Stadt, in der man gerne ein paar Tage laenger bleibt. Wir sind froh, entkommen zu sein! ;-)

Die Realitaet von Hoi An: Geschaetze 250 Schneider, die mit unfangreicher Kollektion (Anzuege, Hemden, Wintermaentel, Kleider, edle Abendgarderobe) auf Kundenfang gehen. Wir hatten eine Amerikanerin auf unserer Tour in die Halong-Bucht kennengelernt, die meinte, in Hoi An koenne man schoen einkaufen. Ich dachte, ok, vielleicht hol ich mir nen Schal oder so. Frank wollte sich eventuell nen weissen Anzug machen lassen. Aber wenn man dann den Preis hoert, denkt man sich, oh mann, das ist verdammt guenstig, warum nicht noch dies und jenes und in nem andern Schneider das und dies, sonst aergert man sich noch, wenn man zurueck in Deutschland ist. Man verfaellt am ersten Tag in eine Art Rausch. Die Kehrseite: Dem guenstigen Preis muss man die Anstregungen gegenrechnen, die es kostet, die gewuenschte Klamotte einigermassen passabel geschneidert zu bekommen. Dazu sind gefuehlte 10 Anproben mit anschliessender Aenderung pro Stueck noetig und das artet dann bei ein paar Klamotten mehr schnell in nen Tage fuellenden Stress aus ohne Zeit, mal ein nettes Restaurant zu geniessen oder gemuetlich durch die Stadt zu schlendern. Ausserdem ist man staendig am auschecken, ob es andere Schneidereien vielleicht besser hingekriegt haetten, oder ob man bei dem einen oder anderen bestellten Teil nicht noch einige Modifikationen haette anmerken sollen, damit es noch schoener wird. Die kleinsten Dinge muss man monieren, wie zum Bespiel, dass Knoepfe rechts und links auf gleicher Hoehe aufgenaeht werden. So wurde Hoi An fuer uns zu einer Odyssee und Franks Geburtstag verbrachten wir unter harten Termindruck von einer zur naechsten Schneider hetzend, weil man um optische Selbstverstaendlichkeiten, wie zum Beispiel Symmetrie der Aufnaeher hart verhandeln musste und ohne Druck gar nichts ging, wir aber bis zum Abend alles in Kisten verpackt zur Post bringen mussten, weil am naechsten Tag die Abreise nach Saigon (hier bekannt als Ho-Chi-Minh-City, fuer den alten Volkshelden) in aller Herrgottsfruehe anstand. Und auch das Verschicken entwickelte sich zu einer stundenlangen zermuerbenden Angelegenheit: Wir wollen Seefracht, weil es ueber den Luftweg irre teuer ist. Und wir wollten das Paket gerne versichern. Aber nach ewigen Hin-und-Her-Diskutieren merkten wir, dass es bei Seefracht keine Versicherung gibt und man im Falle des Verlustet nur 30 Dollar (50 % der Transportkosten) erstattet bekommt. Wir dachten, das kann nicht sein, da haben sie ja gar keinen Anreiz, unser Paket zu versenden, sondern koennen es ja gleich nehmen, und die Sachen verkaufen. Wir werden wohl kaum nach 5 Monaten laengst zurueck in Deutschland, wenn wir merken, dass das Paeckchen immer noch auf sich warten laesst, anfangen, mit Vietnam teure Gespraeche zu fuehren, um 30 Dollar wiederzubekommen. Also ging das Paket schliesslich mit Luftpost weg und wir hatten die Nase gestrichen voll.

Voellig entnervt und durchgeschwitzt setzten wir uns also gegen neun Uhr abends in einem kleinen Strassenrestaurant nieder und beglueckwuenschten uns, den Tag ueberstanden zu haben und morgen endlich abreisen zu koennen – das war fuer Frank vielleicht das groesste Geburtstagsgeschenk.

Heute vormittag sind wir in Saigon angekommen. Eine reichliche Stunde Flug, mit der man sich ca. 26 Stunden Busfahrt erspart, hatten wir dank eines top Reiseagenten, der Anfang der Neunziger Jahre in der Naehe meiner Geburtsstadt Loebau, in Seiffhennersdorf, gelebt hat, zu einem top Preis von 34 Dollar bekommen.

Jetzt sind wir da: 35 Grad, wir bewegen uns nur im Schatten und kommen nur langsam voran auf dem Weg zum Jadetempel. Deshalb kurze Pause im Internetcafe. Aber Pepe draengt zum Weitergehen, also bis bald, eure Paula

2 Comments

  1. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von fernreisen, pepe-on-tour erwähnt. pepe-on-tour sagte: Neues von Pepe:: Hoi An – Sooo froh, dass wir da weg sind! http://yazmen.de/pepe-on-tour/2010/02/09/hoi-an-sooo-froh-dass-wir-da-weg-sind/ [...]

  2. Bowie sagt:

    Ja Schade eigentlich, das es so eine Odyssee für Euch war, aber ich fands dort wirklich klasse und war von dem kleinem Örtchen fasziniert. Vielleicht lag es daran, dass ich nur zig Krawatten gekauft habe und sie persönlich nach Deutschland gebracht habe… :-) da bin ich doch etwas enttäuscht..

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