Nur dem wirklich genau nachrechnendem Leser mag es aufgefallen sein: Zwischen den Erlebnissen von Pepe und Paula in Chiang Mai und denen von Luang Prabang ist eine Luecke von ein paar Tagen. Dafuer verantwotlich ist natuerlich Pepe, der eiffrig aber bisher erfolglos versucht hat, Bilder der Reise online zu Stellen, und dabei seine Berichterstattung hinten angestellt hat. Aber ueber alte Schinken will der Gute nicht schreiben, also ist Paula dran
Also, wir hatten Chiang Mai mit dem Bus in Richtung Nordost verlassen, um an die Grenze zu Laos zu kommen. Froh darueber, das Rasta-Aussteiger-Kiffer-Staedtchen zu verlassen. Die Busfahrt verlief problemlos (wir waren ja auch noch in Thailand – im Nachbarland Laos sieht das ja bekanntlich ganz anders aus). Wir erreichten den Grenzfluss Mekong gegen Nachmittag, stempelten in Thailand aus (wie wir mittlerweile wissen, ist ja der Ausreisestempel eine extrem wichtige Sache) und setzten in einem kleinen, wackligen Boot ueber den Mekong. Naja, einfach war das nicht! Da ich, Paula, ja nicht gerade mit den Balancier-Faehigkeiten einer Ballerina ausgestattet bin, war es schon ein Akt, direkt vom sandigen Ufer ohne Anleger mit schwerem Gepaeck in den Kahn zu kommen.
Die Mekong-Ueberquerung hatte etwas Mystisches! Im Ruecken Thailand und vor einem das huegelige Laos, ein Land, dass noch nicht so viele Touristen gesehen hat. Im Sonnenlicht blitzende goldene Pagoden.
Die Immigration auf laotischer Seite verlief ohne besondere Vorkommnisse. Wir waren drin! Wir wollten Geld tauschen, aber es gab in dieser kleinen Grenzstadt sogar nen Geldautomaten, und so hielten wir unsere ersten Kip in den Haenden. Wir fanden eine guenstige, wenn auch sehr einfache Unterkunft und starteten zur Erkundungstour zu einem auf einem Huegel ueber der Stadt gelegenen Kloster. Am Abend gab es vorzuegliches indisches Essen und Backgammon, bei dem natuerlich Pepe gewann. Ueberhaupt muss ich anmerken, dass sich Paula als ausdauernde Spielerin erweist und die staendig gegen Pepe verlorenen Spiel ueberaus gut toleriert, mehr noch, immer wieder das Wagnis eines neuen Spiels eingeht. Pepe weiss das gar nicht richtig zu wuerdigen…
Am naechsten Tag ging es nach Luang Namtha, einem Stadtchen im Nordwesten von Laos. Die Strasse war dank chinesischer Unterstuetzung weitgehend in gutem Zustand, was dem guenstigen Umstand zu verdanken ist, dass China die Strasse zwischen Luang Namtha und der Grenze zu Thailand als Transitstrecke nach Thailand auserkoren hat und kraeftig Geld reingepumt hat. Ueberhaupt scheint China einiges an Geld nach Laos zu pumpen und ab und zu mal ne Strasse oder ne neue Kulturhalle fuer die Hauptstadt von Laos springen zu lassen. Sicher nicht ganz uneigennuetzig. Die Laoten jedefalls sind dem grossen Nachbarn richtig dankbar: Fast jedes Haus schmueckt neben der laotischen auch die chinesische Flagge. Aber zurueck zu Luang Namtha: Ein Provinznest, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Wir bekamen guenstig Unterkunft und buchten eine 2-taegige Trekkingtour beginnend am naechsten Tag. Auf dem kleinen Nachtmarkt, der ausschliesslich Fressalien fuehrt und von Einheimischen und Touristen gleichermassen frequentiert wird, assen wir das hier bislang beste Grillhaehnchen. Dann ging es bald ins Bett, den es stand ja die Wanderung an.
Im Pick-up wurden wir eine Stunde lang in den Nationalpark im Norden gekarrt. Unsere Gruppe bestand neben uns aus einer netten daenischen Familie mit zwei Kinder im Alter von 8 und 11 Jahren, die 3 Monate durch Suedostasien und Australien reisen und die Kinder waehrend dieser Zeit selbst unterrichten, einem sympathischen frischvermaehlten Paar aus San Francisco in unserem Alter, die ihre Flitterwochen in Laos verbringen, einer alleinreisenden jungen Franzoesin, die in London lebt, ja, das wars schon. Nun, die Wanderung war hart, es waren einige Hoehenmeter zu ueberwinden, das schweisste die Gruppe zusammen. Wir waren froh, als wir zum spaeten Nachmittag das kleine Bergdorf erreichten, in dem wir naechtigen sollten. Extra fuer die Touris gab es sogar Bier zu kaufen und unsere Fuehrer kuemmerten sich mit einigen Frauen des Dorfes um die Zubereitung des Abendessens. Zum Dialog mit Einwohnern des Bergdorfes kam es leider nicht, diese waren eher daran interessiert, wortlos ihre selbstgenaehten Taeschchen zu verkaufen und zogen dann ab. Steve, der knuffige Amerikaner knuefte aber dennoch Kontakt und half beim Waschen der Waesche im kleinen Fluss. Ueberhaupt spielt sich in so einem Bergdoerfchen alles am Fluss ab: Waschen von Gemuese und geschlachteten Huehnern, waschen der Waesche natuerlich und von sich selbst, Zaehne putzen. Also, stiegen auch wir vorsichtig in den kalten Bergfluss, um uns nach der harten Wanderung zu erfrischen, denn Wasser aus der Leitung gab es natuerlich nicht.
Abend gab es lecker laotisches Essen: Klebreis (der wird ueberall in Laos zu fast allen Gerichten gegessen) und Laap, eine Art gebratenes Hackfleisch, in unserem Fall vom Wasserbueffel, gewuerzt mit frischem Koriander, Minze, Knoblauch, Fruehlingszwiebeln und Chili. Eine andere Beilage war eine ganz raffinierte selbstgekochte Tomatensosse, von der ich gar nicht genug kriegen konnte. Ich schreib mal auf, was ich rausgeschmeckt hab, damit ichs daheim nachkochen kann: kleingeschnittene aromatische (da aus Bergdorf und nicht aus Holland) Tomaten, Ingwer, Knoblauch, etwas Zwiebel, das ganze schmoren, fertig. Nach dem Essen wurde LaoLao rumgereicht – selbstgebrannter Schnaps, meist aus fermentiertem Reis gebrannt. Wir gingen frueh schlafen, weil die Kerzen erloschen. Das Quaken der ungefaehr 1100 Flussfroesche nahm kein Ende und so blieb der Schlaf oberflaechlich.
Die Hoffnung auf eine anspruchslosere Strecke am zweiten Tag Wandern erfuellte sich leider auch nicht. Nach einem kleinen Abstecher in das Dorf eines anderen Bergvolkes (eines waren sogenannte Lanten, die anderen hiessen Khmu), wo unsere Maenner mit einigen Bechern LaoLao den froehlichen Wandertag einleiteten, weil die Dorfaelteste Geburtstag hatte, und das musste gefeiert werden (selbstverstaendlich nicht ohne uns Gratulanten aus fernen Landen einige Kip fuer die Bewirtung abzuknoepfchen) ging es einen steilen Berghang hinauf. Schaetzungsweise konnte Pepe bei dieser schweisstreibenden Angelegenheit seinen gesamtem LaoLao-Blutakloholspiegel metabolisieren. Auf dem Bergkamm angekommen wurde das Mittagessen gerichtet: Dazu einfach mit der Machete ein paar Palmenblaetter schlagen und auf dem Dschungelboden ausbreiten, dann Klebreis, scharfen Dip und gekochtes Huehnchen, das am Morgen frisch geschlachtet worden war, darauf verteilen – fertig ist das Wildlife-Menue! Zum spaeten Nachmittag erreichten wir den Endpunkt unserer Wanderung und wurden zurueck nach Luang Namtha transportiert, wo wir den Tag mit einem Grillhaehnchen ausklingen liessen. Am naechsten Tag sollte es nach Nong Kiao gehen. Auch diese Nacht blieb dank eines unermuedlich bellenden Hundes eher schlaflos.
Fuer die Fahrt nach Nong Kiao hatten wir uns den Luxus gegoennt und den etwas teuren Minibus anstatt des lokalen Busses gebucht. Nach zwei harten Tagen Wanderung konnte man schliesslich etwas Gemuetlichkeit gebrauchen. Aber wir wurden bitter enttaeuscht. Ein Minibus in Laos hat etwa die Groesse eine VW-Busses. In Europa werden da maximal drei Reihen mit je drei Plaetzen reinmontiert. In Laos vier Reihen – fuer kleine Asiaten eng, aber fuer Europaer unmachbar. Da unser Bus ueberbucht war, wollte unser Fahrer uns verklickern, das in einer Reihe vier Leute sitzen muessen, und das fuer 8 Stunden. Zwei Mitreisende waren schneller entschlossen als wir und sattelten auf den lokalen Bus um. Wir mussten leider mit. Auf der Fahrt lernten wir einen netten, humorvollen Hollaender mit viel Energie und einem lauten Organ kennen. Auf dem Zwischenhalt gab es Foe (Suppe) mit Stuecken Rindermagen darin und auch die Fahrt war eine Katastophe. Voellig entnervt verliessen wir in einem kleinen Staedchen den Van, um einen Pick-up ins 20 km entfernte Nong Kiao zu nehmen. Die Landschaft entschaedigte fuer die Strapazen des Tages: Gigantische Karstfelsen umgaben den Fluss Nam Ou im idyllischen Staedtchen Nong Kiao. Wir fanden eine Unterkunft mit Blick auf den Fluss, assen Suppe und machten fleissig Fotos.
Am naechsten Morgen ging es frueh zum Bootsanleger zur Weiterfahrt nach Luang Prabang. Der Bericht dazu ist ja bereits zu lesen…
Soweit, liebe Gruesse, eure Paula
da tun jetzt jemanden die finger weh .. das ja mal lang gewesen!
bitte darum, dass dem noch 29-jährigen ne kopfnuss verpasst wird!
kann mich solang nich konzentrieren!
ich möchte jetzt wieder jeden tag ne kurze geschichte!!!!
außerdem beginnen in der heimat schon die vorbereitungen zu seinem ehrentag .. wir versuchen dreitausend leute zu finden, die ihn kennen (kann nich so schwer sein) die gleichzeitig anstossen, so das ihr das dort auch mitbekommt. schlag 21 uhr (mitteleuropäischer zeit)!!!!
War zwar ganz schön viel auf einmal zu lesen, aber dennoch gut und interessant geschrieben.