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Die Reise geht zu Ende

Meine letzten Tagen begannen mit einem nervenaufreibenden Roadtrip. Matze und ich fuhren morgens in Richtung Norden, da ich am Nachmittag die Fähre nach Wellington nehmen wollte. Noch in Kaikoura meinte er “oh, wir müssen demnächst tanken”. Schöne Idee, aber es fand sich in den nächsten Kilometern leider keine Möglichkeit dafür. So stoppten wir an einem Café und Matze fragte, ob sie uns vielleicht aushelfen könnten. Glücklicherweise fand sich ein nettes australisches Ehepaar, welches Matze (ausgerüstet mit Benzin-Kanister, da er dieses Erlebnis bereits schon einmal hatte) bis zur 25km entfernten Tankstelle brachte. Mir blieb nichts anderes übrig als zu warten und Kaffee zu trinken. Eine Stunde später marschierte Matze ins Café, das Ehepaar hat ihn freundlicherweise auch wieder zurückgebracht…50 km Umweg nahmen sie gerne in Kauf. Er meinte grinsend und völlig relaxt “everything is alright”. What? Ich war nicht ganz seiner Meinung, ich fühlte mich etwas unter Stress. Völlig durchgeschwitzt habe ich die Fähre dann aber doch noch erreicht und musste sogar noch anstehen. Nach diesem aufregenden Morgen ging dann die gemeinsame Woche mit Matze zu Ende.

In Wellington habe ich dann mal wieder paar Tage für mich allein verbracht, ich habe die Sonne am Hafen genossen, bin mit dem Cable Car zum Botanischen Garten gefahren und war im Te Papa-Museum. Dieses Museum ist riesig und so abwechslungsreich, ich war zwei Tage hintereinander da und habe noch nicht alles gesehen.

Von Wellington aus nahm ich den Bus nach Taupo, von wo aus ich dann am nächsten Tag zum Tongariro Crossing aufbrach. Einer der populärsten Ein-Tages-Tracks in NZ – ein Foto ohne Menschen ist eine Rarität, das war zum Teil etwas nervig. Aber die Landschaft ist mal wieder einzigartig, Vulkanlandschaft mit unglaublichen Farben. Wir sind zusätzlich noch auf den Mt. Ngauruhoe geklettert, den Schicksalsberg von Herr der Ringe. Das war extrem anstrengend und steil, zum Teil bin ich auf allen Vieren gekrabbelt. Der Weg nach Mordor ist nun mal kein Spaziergang. Oben saßen wir dann leider nur in einer dicken Wolke und konnten den Krater nur erahnen. Nach dieser Wanderung lernte ich im Hostel Dor (Israeli) und Thjis (Holländer) kennen. Wir verbrachten lustige Abende in Taupo oder saßen tagsüber mit Bierchen in den warmen Quellen. Da wir uns so gut verstanden, entschieden wir dann auch gemeinsam nach Rotorua weiterzufahren. Im Hostel in Rotorua stellte uns Dor so vor: “she is the beauty, i´m the wisdom and he is the driver”. Ich war mit meiner Rolle sehr zufrieden. ;-) Der Typ an der Reception meinte, es ist nicht zu glauben, dass ihr euch erst seit drei Tagen kennt, es wirkt als wenn ihr seit 13 Jahren befreundet wärt. Wenn ich nicht mit den Jungs Zeit verbracht habe, war ich im Te Puia Park, wo ich Geysire, Cooking Pools und Mudpools bestaunen konnte. Es war beeindruckend, überall dampft es aus der Erde. Allerdings ist der Geruch etwas gewöhnungsbedürftig, es stinkt nach faulen Eiern. Und dann kam Mike(Kalifornier) nach Rotorua, wir hatten uns in Wellington im Hostel kennengelernt. Wir fuhren mit seinem Campervan zu den Hot Pools außerhalb der Stadt…bei 39° in einem Naturpool liegen und den Blick auf die Berge geniessen, das war Erholung. Als wir dann am Abend wieder zurück fahren wollten, war die Erholung allerdings schnell vorbei, denn das Auto sprang nicht mehr an. Mike war für solche Notfälle glücklicherweise schon gerüstet und lud die Batterie auf. Anschließend wagten wir uns auf die Straße, teilweise ohne Licht damit wir Energie sparen. Ich imitierte mit der Taschenlampe die Scheinwerfer – was für ein Abenteuer. 5km vorm Ziel begann das Auto dann zu stottern und es roch nach Rauch, so blieben wir am Straßenrand stehen und Mike rief den Pannendienst. Halbe Stunde später war die Rettung da, gab uns Starthilfe und geleitete uns bis zum Hostel. Anscheinend habe ich keine gute Wirkung auf die Autos hier in NZ, ich sollte mich doch lieber nur ans Busfahren halten. Am nächsten Tag war ich mit Mike in einem Maori-Dorf, dort sahen wir die typische Tanz- und Kampfshow und ließen uns das Hangi Meal schmecken, es war unglaublich lecker, wir konnten gar nicht mehr aufhören zu essen. Nach diesem Abend hieß es dann Abschiednehmen von den Jungs, es war eine unglaublich tolle letzte Woche und der Abschied fiel mir dementsprechend schwer.

Back in Auckland checkte ich im gleichen Hostel ein und war sogar im gleichen Zimmer. Am Hafen habe ich dann ganz für mich allein meine letzten zwei Monate Revue passieren lassen. Die Zeit war einfach unbeschreiblich, ich habe viele tolle Sachen erlebt und nette Leute kennengelernt. Ich glaube diese Art von Reisen macht süchtig…also vielleicht demnächst ein neuer Blog. ;-)

Mt.Cook-Tekapo-Christchurch-Kaikoura

Von Queenstown aus startete ich mit Matze in eine erlebnisreiche Woche. Nach einem Frühstück am Strand, fuhren wir mit dem Auto zum Mt. Cook, der größte Berg in NZ (3754m). Wir hatten strahlend blauen Himmel, der Blick auf den Berg und den türkisfarbenen Lake Pukaki war dadurch unglaublich. Der Ort Mount Cook Village war allerdings unspektakulär – nur accomodations und ein café, da war ich froh, dass wir nach unserem Eis weiterfuhren konnten. Die Fahrt ging durch absolutes Niemandsland, eine Straße, ringsherum nur Berge und Weideland. Wenn man da mal liegenbleibt, heißt es abwarten, auf Handyempfang hofft man vergeblich. Am Abend kamen wir dann in Tekapo an, wir hatten ein Hostel gebucht mit direkter Lage am See. Es wäre super gewesen ohne die Schulklasse und die Magic-Bus party people. Sie waren laut und nahmen die Küche und den living room voll in Beschlag. So verbrachten wir unsere Zeit viel lieber am Lake Tekapo oder auf dem Mt. John, von hier aus konnte man nochmal die unglaubliche Weite des Landes und die Farbe des Sees bestaunen.

Zum Wochenende hin machten wir uns dann weiter auf den Weg nach Kaikoura mit einem kurzen Stopp in Christchurch. Leider ist das Stadtzentrum durch das Erdbeben zerstört und mit Bauzäunen abgesperrt. Vor den Zäunen wurde die “Restart City” aufgebaut – Shops und Cafés in Baucontainern, das sieht ganz niedlich aus und zieht die Touristen in die Stadt. Nach einem Spaziergang durch den Botanischen Garten ging es dann im Nebel nach Kaikoura. Wir kamen völlig erschöpft im Hostel an und nutzten den nächsten Tag erstmal zur Erholung. Dann stand mein Geburtstag vor der Tür!!! Der Matze machte ein tolles Frühstück mit French Toast, Pancakes und Muffins. Und es gab Schoki für mich: “Queen Anne Chocolates”, so lässt man sich gerne feiern. Nach dieser Stärkung ging es zum Whale Watching, wir sahen einen Pottwal genau vor unserem Boot, den wir solange beobachteten bis er wieder abtauchte. Es war schon beeindruckend, diesen Meeresgiganten so nah zu begutachten. Aber die Delfine haben es mir an dem Tag mehr angetan, wir sahen eine Gruppe von Dusky Dolphins, die vor unserem Boot herumsprangen. Sie waren so nah, am liebsten wäre ich reingesprungen und mit ihnen geschwommen. Das wird dann beim nächsten NZ-Urlaub nachgeholt. Nach der Bootstour ging es auf dem Rad weiter zur Seelöwen-Kolonie. Dort angekommen liefen wir auf den Felsen umher und hielten Ausschau nach den faulenzenden Seelöwen. Ich wäre fast über einen dicken Seebären gestolpert, der lag direkt vor meinen Füßen, sah aber aus wie ein Stein. Eigentlich soll man einen Sicherheitsabstand von 10m einhalten, sonst können die auch schon mal böse werden…da hab ich ja nochmal Glück gehabt. Abends wurde ich dann von Matze zum Dinner eingeladen, es gab Sekt, Wein und eine riesige Fischplatte. Anschließend trafen wir noch Juliette und ihre französische Freundin auf ein Geburtstagsbierchen. Das war ein rundum gelungener Geburtstag…woran mein neuer Kumpel aus dem deutschen Nationalpark (= Österreich) großen Anteil hatte, danke Matze. ;-)

Auf diesem Wege auch ein riesiges Dankeschön an alle Gratulanten!!! Schön, dass ihr an mich gedacht habt.

Dunedin – Routeburn Track

Nach dem Track wurde erst mal entspannt und bisschen gefeiert. Mit Matze (Österreicher), Tobi und Marc (zwei Bayern) habe ich paar schöne Tage in Dunedin verbracht. Am Nachmittag ging es ins Museum und abends dann ins Pub. Dort gab´s nen halben Liter Bier und Pizza für 10$, das war ein Schnäppchen. Ein lustiger Abend mit viel Alkohol und Mitternachts-Burger. Das erinnerte mich alles sehr an Berlin. Am nächsten Tag lud the lovely austrian guy dann noch zum Kater-Frühstück ein.

Weil der letzte Track so toll war, wollte ich unbedingt noch einen machen und daher fuhr ich zurück nach Queenstown, um von da aus den Shuttle zum Routeburn Track zu nehmen. Ich startete am Sonntag, saß im Bus mit ganz vielen Leuten, war aber die Einzige, die an diesem Tag auf den Routeburn Track ging. Beim Stopp fragte der Busfahrer dann, wo ist denn nochmal das Mädchen, das auf den Routeburn geht. Ich meldete mich und bekam die ehrenwerte Aufgabe, die Zeitung an den Ranger auszuliefern. So werden die Wanderer schnell mal zu Postboten. ;-) Also lief ich im strömenden Regen los und kam zum Glück mit der trocknen Zeitung in der ersten Hütte an. Beim Ausliefern der Post nutzte ich gleich mal die Gelegenheit und fragte den Ranger, ob ich die Nacht nicht in dieser Hütte bleiben könnte. Meine eigentlich gebuchte Hütte war noch 3h entfernt, und da es ununterbrochen regnete und langsam dunkel wurde, zog ich diese Möglichkeit vor. Zum Glück war das kein Problem und so lief ich am nächsten Tag mit Sonnenschein einfach paar Kilometer mehr. Diesen Tag kann man einfach nur mit einem Ausdruck beschreiben…WOW!!! Auf Rat meines Bruders habe ich noch einen Abstecher auf einen zusätzlichen Berg gemacht und wurde dort mit einem unglaublichen Blick belohnt. Man sieht rundherum Berge, Flüsse, Seen und den Ozean, einfach der Wahnsinn. Für diese Extra-Wanderung lassen die Leute normalerweise ihren Rucksack unten im Shelter stehen, aber nicht Anne…Ich bin so verrückt und schleppe mich mit Gepäck auf diesen Berg. Ich weiß auch nicht wieso, aber so hatte ich noch ein besseres Workout und die Schoki auf dem Gipfel schmeckte noch besser. Nach der anstrengenden Wanderung spielte ich dann am Abend in der Hütte mit zwei Israelis, zwei Kanadiern und einer Deutschen Karten. Die israelischen Mädels brachten uns ihre typischen Kartenspiele bei. Eins davon hatte mir Loic vor einer Woche allerdings als ein typisches französisches Kartenspiel verkauft. Für die Franzosen heißt es “yane”, für die Israelis “yanef”… Wer hat´s erfunden?

Te Anau, Milford Sound und Kepler Track

Gemeinsam mit Juliette und Loic fuhr ich weiter nach Te Anau, ein kleiner Ort wieder an einem schönen See gelegen. Von hier aus ging es dann für einen Tag ins Fjordland und zu einer Bootstour auf den Milford Sound. Die Tour war beeindruckend und teilweise sehr nass. Beim Wendemanöver standen wir etwas zu dicht an der Reling und haben eine ordentliche Dusche abbekommen. Paar Minuten später dann die Nächste vor einem riesigen Wasserfall, diesmal warnte uns der Captain allerdings vor. Nach dieser Abkühlung wollte ich mich mit einem Tee aufwärmen und kam mit dem Skipper ins Gespräch. Er fragte mich, woher ich denn komme. Ich meinte aus Deutschland. Er: Woher genau? Ich: Ursprünglich von der Ostsee, aber seit paar Jahren wohne ich in Berlin. Er: Wo in Berlin? Ich wunderte mich und dachte mir, der kennt doch eh nicht die Stadtteile von Berlin. Deswegen habe ich nur aus dem “Osten” geantwortet. Und er wieder: Wo genau? Ich: Friedrichshain. Und er dann so: Ja, das kenn ich. Meine Frau kommt aus Biesdorf. Er erzählte mir daraufhin die Kennenlern-Geschichte. Sie haben sich vor 16 Jahren auf diesem Boot kennengelernt, sie machte gerade Urlaub und er arbeitete dort. Nun sind sie verheiratet und haben zwei Kinder. Und wo haben sie ihren letzten Urlaub verbracht??? Kaum zu glauben, in Stralsund und auf Rügen. Da kennt so´n Kiwi meine Heimat, das kennen noch nicht einmal alle meiner süddeutschen Freunde. :-)

Am Sonntag nahmen Loic und Juliette dann den Bus Richtung Queenstown und ich ging Montag auf den Kepler Track, eine dreitägige Wanderung über ca. 50km. Man zahlt 50$ für eine Übernachtung in einem 30 bzw. 40-köpfigen Matratzenlager, in dem einem mindestens fünf Schnarcher den Schlaf rauben. Es gibt nur kaltes Wasser und die Duschen sucht man vergeblich. Man schleppt sein Geschirr und sein Essen für die kommenden Tage mit hoch, und anschließend seinen ganzen Müll wieder mit runter. Und wieso tut man sich das alles freiwillig an??? WEIL`S EINFACH GENIAL IST!!! Jeder einzelne Schritt und jede verpasste Stunde Schlaf sind es wert, wenn man mit diesem atemberaubenden Ausblick belohnt wird. Man kommt aus dem Staunen überhaupt nicht mehr raus, diese Natur ist einmalig.

Wanaka und Queenstown

Hier lässt es sich leben… Tolle Landschaft und trotzdem Stadtleben. Wanaka und Queenstown liegen an wunderschönen Seen und sind von imposanten Bergen umgeben. Man kann wandern, den unglaublichen Blick auf die Seen und auf die Southern Alps geniessen, am Strand oder im Park liegen, in zahlreichen Cafés und Kneipen Zeit verbringen und vieles mehr.

In Wanaka war ich in einem grandiosen Hostel, welches direkt am See lag, so konnte man schon zum Frühstück die tolle Aussicht genießen. Einen Abend war ich mit David, Damien (Belgier), Alicia und Jonas (ein deutsches Pärchen) im Cinema Paradiso. Dieses Kino ist wirklich extravagant, man kann auf gemütlichen Couchen, in Flugzeugsitzen oder sogar im Auto den Film verfolgen. Und in der Pause gibt es selbstgemachte Cookies. Die Tür geht auf und es kommt einem ein Duft entgegen, da kann man gar nicht widerstehen. Warme riesige Chocolate-Cookies, ein Traum. Tagsüber habe ich mich allerdings auch sportlich betätigt, Kayakfahren auf dem Lake Wanaka und Wandern auf den Mt. Iron. So konnte ich den Cookie auch ruhigen Gewissens genießen.

Paar Tage später war ich in Queenstown , eine aufregende Stadt mit vielen jungen Leuten (manchmal etwas zu jung). Hier habe ich Juliette wieder getroffen. Wir hatten vereinbart, dass wir uns in Queenstown treffen, aber zufälliger Weise war sie dort sogar im gleichen Hostel. Ich ließ mir gerade mein Zimmer zeigen, da saß sie plötzlich auf der Couch. Es ist super, in NZ braucht man keine Terminabsprachen, man läuft sich einfach so über den Weg. So war es auch mit David, den habe ich eine Stunde später in der Stadt wiedergetroffen. Juliette traf am Hafen dann auch wieder auf einige Leute, die sie auf ihrer Reise schon kennengelernt hat. So waren wir eine große Gruppe, mit vier Franzosen, einem Belgier, einem Engländer und einer Deutschen. Das war ein perfekter Tag, erst Wanderung zum Bob´s Peak, dann Burger beim bekanntesten Burgerladen in NZ – “Fergeburger”, die Schlange davor ist riesig, aber das Warten lohnt sich – und abends dann paar Bier in einer Bar mit Livemusik. In der Bar haben wir dann auch einen von Davids “gordies” wiedergesehen, den Sänger von der Band aus Franz Josef, der arbeitet dort als Kellner. Und dann kam´s noch besser. Ich sah ein deutsches Mädchen, welches ich vor drei Wochen in Raglan kennengelernt hatte und meinte noch zu David “die kenn ich, mit der war ich am Strand surfen”. Zehn Minuten später steht sie mit ihrer Gitarre und ihrer unglaublichen Stimme auf der Bühne… ich traute meinen Augen kaum. Das war eindeutig der Tag der unglaublichen Begegnungen.

Franz Josef Glacier

In Franz Josef angekommen, ging es sofort mit Maria (Österreich) und David (England) in eine Bar mit Livemusik. Die Bar ähnelte einer Aprés Ski Bar, aber glücklicherweise mit besserer Musik. David hörte zwei Sätze von der Band und meinte, die kommen aus meiner Gegend. Kurz danach stellte sich heraus, sie kommen wirklich aus Newcastle und leben seit zwei Jahren in NZ. Man kennt eben seine Homies oder um es mit David´s Worten auszudrücken “gordies”.

An den nächsten beiden Tagen lief ich gemeinsam mit David und Nathalie (Dresden) zum Franz Josef Gletscher. Am ersten Tag war es leider etwas bewölkt, aber den Gletscher konnten wir dennoch sehen. Dafür wurden wir dann am nächsten Tag mit Sonnenschein belohnt und konnten alles nochmal mit Sonne begutachten. Wir liefen an einem kleinen See vorbei, dem Peter´s Pool, in dem sich der Gletscher spiegelt. Das sah einfach unglaublich aus. Auf der Wanderung trifft man auch immer wieder die gleichen Leute. Ich habe drei Tage hintereinander einen Amerikaner getroffen, mit dem ich paar Tage zuvor beim Bus-Stopp einen Kaffee getrunken habe. Wir müssen beide immer wieder grinsen, wenn wir uns zufällig über den Weg laufen. Ich frag mich wer hier wen verfolgt…;-)Nebenbei erwähnt, ich bin jetzt zum Kaffeetrinker mutiert, der neuseeländische Kaffee ist wie für mich gemacht.

Geschichten aus dem Hostel und dem Bus

In Nelson, eine niedliche Stadt mit vielen kleinen Cafés und schönen Parkanlagen, war ich in einem gemütlichen Hostel untergebracht und teilte mein Zimmer mit 5 anderen Mädels aus allen möglichen Ländern. Nachdem wir in der hauseigenen Bar ein Gläschen Wein hatten, gab Merel aus Dänemark eine Story aus ihrem Liebesleben zum Besten und beschrieb den Typen kurz und knapp mit den Worten “his body was a wonderland”. Das war der Satz des Abends und kam noch des Öfteren zum Einsatz. Paar Tage später war ich in einem anderen Hostel in Greymouth, bevor ich die Pancake Rocks im Regen bewundert habe. Das Hostel hieß “Noah´s Ark”, die Zimmer waren nach Tieren benannt und auch so gestaltet. Tiermotive waren an den Wänden und die Bettwäsche war mit Tieren bzw. Tiermustern bedruckt. Ich war im Pinguin-Zimmer und wurde auf meinem Kopfkissen von Happy Feet angelacht. Nachdem ich die jeweiligen Zimmer bestaunt habe, bin ich mit Maike (mal wieder eine Deutsche) an den Strand gefahren. Wie saßen am Hafen und genossen den Ausblick und plötzlich sah ich irgendwas aus dem Wasser blitzen. Es waren Delfine, die vor unseren Augen wild herumsprangen. Es war grandios, sie hüpften aus dem Wasser und lieferten sich kleine Rennen. Der etwas langweilige Ort Greymouth gewann dadurch wirklich an Bedeutung. Einen Tag später ging dann der Bus weiter nach Franz Josef. Die Busfahrt war wieder ein Erlebnis und die Lanschaft beeindruckend. Auf einer Seite sieht man riesige Berge, Flüsse, Regenwälder und auf der anderen Seite das tobende Meer. Man springt ständig von Sitz zu Sitz um den besten Blick zu bekommen. Und dazu noch der Busfahrer, der nebenbei Päckchen und Zeitungen ausliefert. In einem Ort haben wir kurz gestoppt, er öffnete die Tür, ein Hund lief in Richtung Bus, er warf die Zeitung raus, der Hund fing sie und wir fuhren weiter. Ich liebe das Busfahren hier, man kann sich zurücklegen, bekommt nebenbei noch Unterhaltung und wird vor dem Hostel abgesetzt. Was für ein Service!

Abel Tasman Track

Angekommen auf der Südinsel, ging es gleich auf meinen ersten Track, den Abel Tasman Track. In drei Tagen mit Sack und Pack 50 km laufen und anschließend Kayak fahren. Gemeinsam mit Maik, der auch aus Meck-Pomm kommt und den ich hier getroffen habe, wollte ich trotz grauenhaften Wetteraussichten das Erlebnis wagen. Am ersten Tag hatten wir wie erwartet Regen, Regen und nochmals Regen. Schon nach den ersten Kilometern waren wir bis auf die Knochen durchnässt. Ursprünglich wollten wir zelten, aber das war aufgrund des sinnflutartigen Regens und der Sturmböen nicht möglich. Dafür konnten wir zum Glück in einem Unterstand die Nacht verbringen und unsere Sachen aufhängen (trocken wurden sie dadurch aber leider auch nicht). Kurzzeitig wurde der Unterstand durch die immensen Regenmassen sogar geflutet und wir mussten auf die Tische ausweichen. Zwischendurch habe ich mich wirklich gefragt, wie man überhaupt auf so´ne blöde Idee kommt, bei diesem Wetter loszulaufen. Aber dann gesellte sich ein kanadisches Pärchen zu uns und ein Amerikaner (wir waren nicht die einzigen Verrückten) und versorgten uns mit Grünem Tee und anderen “Kräutern”. Danach war ich entspannter. ;-)

Tag 2 begann in nassen Klamotten, die glücklicherweise auf dem Weg trockneten. Entgegen der Wettervorhersage waren die folgenden Tage sonnig und wir konnten den Rest der Wanderung mit wunderschönen Aussichten geniessen. Es ging durch Wälder, über Hängebrücken, entlang von Sandstränden bergauf und bergab. Am letzten Tag ging es dann mit dem Kayak die Küste entlang. Unser Guide zeigte uns Seelöwen und hatte Muffins für ein kleines Picknick im Gepäck.

Nach vier Tagen erreichten wir wieder unseren Ausgangsort Motueka, wo wir von Florian und Maria mit Apfelkuchen und Burgern begrüßt wurden. Das war nach Instant-Nudeln und trocken Brot wirklich eine gelungene Abwechslung.

The westcoast of the north island

Erste Station war Raglan , hier wollte ich meine ersten Surfversuche unternehmen und glücklichweise traf ich gleich auf dem Weg dorthin, meine persönliche Surflehrerin: Trinidad aus Chile. Ich stand unglaubliche 3mal auf dem Board, die restliche Zeit kämpfte ich gegen die Strömung an oder beobachtete die knackigen Surfer-Typen. :-)

Zwei Tage später erreichte ich dann New Plymouth, eine kleine Küstenstadt mit Blick auf den Mt. Taranaki. Toll vom Strand aus diesen beeindruckenden Berg zu sehen (eigentlich ist es ein Vulkan, der vor 300 Jahren das letzte Mal ausgebrach). Für den Aufstieg des ca. 2500m hohen Gipfels brauchte ich etwa 3.15h. Der Weg war steil, rutschig und echt anstrengend. Es ist eben ein Vulkan und dementsprechend ist auch der Weg, es geht über Geröll und Felsen. Ich kam mir zwischendurch vor wie Frodo, der durch Mordor wandert, allerdings fehlte mir mein Gefährte Sam. Der Blick vom Krater aus war leider nicht so klar, man konnte nur teilweise bis zum Strand und zur Südinsel schauen. Aber dennoch ein schönes Gefühl oben zu sitzen und über den Wolken sich vom Aufstieg zu erholen. Auf dem Rückweg rutschte ich dann öfter mal auf dem Geröll aus und habe dadurch gleich mal paar Meter gut machen können. Was bleibt sind also paar kleine Schürfwunden, Muskelkater und Stolz diesen imposanten Berg erklommen zu haben.

Bay of Islands and the Far North

Am Sonntag erreichten Juliette und ich Paihia, ein kleiner Ort in der Bay of Islands mit tollen, einsamen Stränden und einer tollen Backpacker Atmosphäre. Von da aus starteten dann zwei aufregende Tagestouren.

Am Montag ging´s mit einem Boot in die Bay of Islands und zum Hole in the Rock. Auf dem Weg dorthin sahen wir neben den vielen traumhaften Inseln auch einige Delfine, die es scheinbar genossen haben von den Touristen beobachtet zu werden. Unsere Bootstour war etwa zu vergleichen mit einer Rentner-Kaffeefahrt, aber es war sehr lustig. Die Rentner fielen ab und zu um, weil der Captain ordentlich über die Wellen peitschte. Ein ständiges “Uuh” und schon lag der nächste Rentner am Boden oder auf meinem Schoß…;-) Wir konnten sogar durch the Hole in the Rock fahren, das war wirklich beeindruckend. Danach gab´s einen Stopp auf einer der vielen Inseln, von der wir dann einen grandiosen Ausblick über die ganze Bucht hatten. Die Landschaft gleicht einer Panorama-Tapete.

Am Dienstag hab ich mich von Juliette verabschiedet und ging mit Simone und Micha (zwei Bayern) auf die Tagestour zum Cape Reinga, die nördlichste Spitze von NZL. Der Ausflug war der absolute Hammer, wir fuhren mit dem Bus am Ninety Mile Beach entlang und gingen dann auf die Sanddünen zum Boarden. Nachdem wir mit viel Mühe den Gipfel der Düne erklommen hatten, ging´s rasend schnell abwärts. Leider gab´s keinen Lift, somit reichte die Kraft nur für zweimal Boarden. Anschließend liefen wir zum Leuchtturm vom Cape Reinga, von wo man einen unglaublichen Blick hatte. Diese Farben und diese Weite sind einfach unbeschreiblich. Man sieht nur unberührte Natur, Schafe und Kühe. Straff durchorganisiert ging´s dann zum Fish&Chips essen, aber nicht gemütlich im Restaurant, nein im Bus. Während der Fahrt hatten wir zu tun, das uns die heißen Pommes nicht vom Schoß fielen. Es war zu lustig. Auch der Busfahrer war der Knaller schlechthin, er war nicht nur Fahrer, sondern auch Reiseleiter, Komiker und Sandboard-Instructor. Je nach Rolle wechselte er sein Outfit. In Paihia angekommen, tauschte er wieder schnell sein lässiges Boarder-Outfit gegen die seriöse Busfahrer-Kleidung aus. Die Kiwis sind wirklich cool drauf.

Mittlerweile bin ich in Raglan, einem kleinen Surfer-Ort, und werde hier meine ersten Versuche auf dem Board starten. Dazu gibt´s dann bald den nächsten Bericht.